Jahresrückblick und Jahresplanung: So wird das alte Jahr zum Sprungbrett für das neue (1)

„Schau den Tatsachen darüber, wie du bist, ins Auge, denn das ist der Schlüssel für die eigene Veränderung.“ (Sören Kierkegaard)

 

Warum überhaupt ein Jahresrückblick? Man weiß doch, was im vergangenen Jahr geschehen ist. Warum es sich nochmal in Erinnerung rufen und aufschreiben? Ist das nicht Zeitverschwendung?

Falls du einen dieser Einwände hast, lass mich kurz erläutern was ein Jahresrückblick nach meiner Auffassung nicht ist:

  • Ein reines Rekapitulieren des vergangenen Jahres.
  • Ein nostalgisches Schwelgen in Erinnerungen.

Diese Dinge mögen ihren Wert haben, aber ich denke nicht, dass sie wichtig sind. Ein Jahresrückblick, wie ich ihn meine, ist hingegen sehr wichtig. Nicht zuletzt deswegen, weil er immer im Doppelpack mit der Jahresplanung kommt.

 

Jahresrückblick und Jahresplanung

Lass mich zur Erklärung eine Analogie verwenden. Warum wird im deutschen Geschichtsunterricht das Dritte Reich so eingehend behandelt? Weil man möchte, dass die Schüler verstehen, was falsch gelaufen ist, warum es falsch gelaufen ist, und wie man es besser machen kann in der Zukunft. Ein Jahresrückblick ist also wie Lernen aus der eigenen Lebensgeschichte. Das erfordert eine ordentliche Analyse, aber auch das Herausarbeiten von Lektionen und künftigen Zielen/Resolutionen. Das Stichwort lautet

„Evaluierende Reflektion“

„Reflektion“ bedeutet in diesem Zusammenhang „ein nachdenkendes Sich-In-Erinnerung-Rufen“. „Evaluierend“ deshalb, weil ein Jahresrückblick nicht einfach nur Ereignisse ins Gedächtnis ruft, sondern sie bewertet und auswertet.

Genau deswegen muss ein Jahresrückblick auch Hand in Hand gehen mit einer Planung für das nächste Jahr. Denn die gemachten Fehler und errungenen Erfolge kannst du nur dann optimal ummünzen, wenn du sie zu Richtlinien und zum Treibstoff deiner Jahresplanung machst.

 

Der weekview Jahresrückblick gibt die Struktur vor

Zunächst zum Jahresrückblick. Dabei hilft dir die Struktur, die du in allen weekview Zeitplanern findest. Beispielhaft ist die Version aus dem aktuellen Businessplaner abgebildet:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich gehe davon aus, dass dieses Schema selbsterklärend ist. Daher widme ich mich lieber Fragen, die vermutlich nicht ganz so klar sind.

 

Wann mache ich den Jahresrückblick?

Suche dir eine Zeit, in der du Ruhe hast. Die Tage zwischen den Jahren sind dafür perfekt geeignet. Du solltest den Jahresrückblick (sowie die Jahresplanung) auf jeden Fall gemacht haben, bevor der Trubel im Januar wieder einsetzt.

 

Wieviel Zeit nehme ich mir dafür?

Das hängt stark von deinen Bedürfnissen und deinem Stil ab. Ein paar Beispiele von Zeitmanagement-Profis zeigen die Bandbreite (alle folgenden Zitate stammen aus dem PDF „Achieve What Matters“ von Michael Hyatt aus dem Jahr 2016):

  • John Maxwell nimmt sich eine ganze Woche:

“I block the last week of the year and spend time reviewing my entire year’s calendar.”

  • Skip Prichard reserviert sich einen Tag:

“I set aside a full day with no interruptions and spend it in re ection, contemplation and prayer.”

  • Vielleicht kommst du auch mit einem Vormittag oder Abend Wenn du den Rückblick aber so machst, wie die Profis es empfehlen (s.u.), dann wird das vermutlich zu wenig sein.

 

Wie schaffe ich es, ein ganzes Jahr gedanklich durchzugehen ohne etwas zu vergessen?

Auch hier möchte ich wieder zwei Profis, die ihr Geld im Bereich Personal Development verdienen, zu Wort kommen lassen. Daniel Harkavy und Tony Robbins nehmen sich Zeit, um ihren Kalender sowie ihr Tagebuch zu durchforsten und wertvolle Lektionen zu exzerpieren:

Daniel Harkavy […] uses one [day], “to read through my journal, my calendar from the current year and year ahead, my business vision, and then revise my Life Plan.”

 

Tony Robbins: [T]hroughout the year he collects “accomplishments and magic moments” in a journal—almost like saving up receipts for tax purposes. “At the end of the year I go and review them all,” […] “I look at the area of our businesses, our relationships, nance, and family.” By reflecting on these magic moments, Tony is able to “pull some principles” and determine “what do we really want to make happen in the following year.”

 

Wie könnte so etwas aussehen?

  • Gehe deine Unterlagen Dies ist die objektivste Art und Weise, das vergangene Jahr zu evaluieren. Evtl. fragst du Augenzeugen (Freunde, Partner, Kinder…) wie sie die Dinge empfunden haben, falls du dich nicht mehr gut erinnern kannst und keine Notizen hast.
  • Du siehst nun, wie wichtig es ist, das laufende Jahr zu dokumentieren. Im weekview A5 sowie Businessplaner findest du dazu in jeder Woche entsprechende Felder. Für mehr Raum kannst du natürlich die Notizenseiten, besser aber noch ein Tagebuch nutzen.

Und wenn du wissen möchtest, wie ich persönlich auf mein Jahr 2017 zurückblicke, dann klicke doch hier.

 

Jahresplanung

Wie schon erwähnt, sollte jeder Jahresrückblick in einen Vorausblick und damit in die nächste Jahresplanung münden. Eine gute Jahresplanung beinhaltet zwei Elemente:

  1. Festsetzung der eigenen „Quadrant II“-Ziele
  2. Zusammentragen aller bekannten Termine
  3. Quartalsplanung

Lege deine Quadrant II-Ziele fest

Sicher fragst du dich, was ich mit „Quadrant-II-Zielen“ meine. Betrachte dazu folgende Grafik:

 

 

 

 

 

 

Quadrant II-Ziele sind also wichtig und nicht dringend. Es sind Ziele wie „Ich will die nächsten 3 Monate zweimal wöchentlich 60 min im Fitnessstudio trainieren“. Sie drängen sich dir nicht auf, anders als fällige Rechnungen oder der Bericht, den du für deinen Chef schreiben sollst. Aber sie sind wichtig, in vielerlei Hinsicht sogar wichtiger als die letztgenannten beiden Dinge – denn möglicherweise hängt langfristig deine Gesundheit, sicher aber dein Wohlbefinden von ausreichend Sport ab, was in so ziemlich alle Lebensbereiche hineinstrahlt.

Quadrant II-Ziele sind Ziele, die genau ein Mensch für dich festlegt – du selbst. Wenn du sie nicht anvisierst, tut es niemand sonst! Formuliere diese Ziele möglichst SMART (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert). Also nicht

 

„Ich will dieses Jahr abnehmen“

sondern

„Bis 31.12. will ich 10 kg an Gewicht verloren haben“.

 

Nun sollten deine Jahresziele natürlich das widerspiegeln, was du im vergangenen Jahr gelernt hast – deswegen ja der ganze Heckmeck mit dem Jahresrückblick! Genauso kann dir der Blick zurück helfen, Ziele zu definieren, falls dir das sonst schwerfällt. Es ist besser, mit Zielen zur Vermeidung schmerzhafter Erfahrungen zu beginnen, als gar keine Ziele zu haben.

Falls es dir auch unter diesem Gesichtspunkt schwerfällt, Quadrant II-Ziele zu definieren, kann dies daran liegen, dass es dir an einer Lebensvision fehlt. Das lässt sich beheben. In meinem Coachingprogramm „MissionMentor“ erarbeitest du dir deine eigene Vision. Vereinbare einfach ein kostenloses Kennenlerngespräch, um mehr zu erfahren!

 

Sammle alle bekannten Termine

Um noch konkreter zu werden, sprich von der Quartalsebene auf die Wochen- und Tagesebene zu gehen, musst du natürlich wissen, was sonst noch so ansteht. Trage deshalb alle bekannten Termine für das Jahr zusammen. Dazu gehören insbesondere:

  • Feiertage/Ferien
  • Geburtstage
  • Firmenevents
  • Andere Events, die dir wichtig sind (Konferenzen o.Ä.)

Denke unbedingt daran, auch die Agenden deines Partners und/oder deine Kinder zu berücksichtigen! Trage alle Termine in die Jahresübersicht ein.

 

Lege Quartalsziele und plane die Quartale fest

Du hast nun deine Jahresziele festgelegt. Jetzt geht es darum, den Weg dorthin zu definieren. Hierzu dienen die Doppelseiten „Quartal planen“ (davon gibt es vier Stück in deinem weekview Timer, eine für jedes Quartal). Brich deine Jahresziele in Quartalsziele herunter und trage diese entsprechend ein:

Ich persönlich nutze die Spalte „Im Blick behalten“ für die verschiedenen Bereichs-Ziele (Persönlich, Familie, Beruf…) und die Spalte „Aufgabenbereiche“ zum Eintragen der Unteraufgaben. Für mehr Details sieh dir unser „How to“-Video über Quartalsplanung an!

Mit der Quartalsplanung erreichst du bereits ein beträchtliches Maß an Konkretheit. Wenn du in den Wochenspalten konkrete Aufgaben, Deadlines und Meilensteine stehen hast, ist das bereits die halbe Miete zum Erreichen deiner Jahresziele – wenn nicht noch mehr!

 

Wie planst du dein Jahr? Lass es uns wissen!

 

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