Planung 4. Quartal: So nutzt du die vielen Möglichkeiten am besten!

Es ist Anfang Oktober. Der Sommer ist vorbei, in den Supermärkten stehen schon Lebkuchen und Weihnachtsschmuck bereit. Manch einer bekommt das Gefühl, das Jahr sei so gut wie gelaufen.

Nicht so vorschnell! Das letzte Quartal hat es in sich und bietet viele tolle Möglichkeiten. Welche das sind, und wie ihr sie am besten nutzt, möchte ich euch im Folgenden zeigen – anhand von mir selbst frisch erprobten „Best Practices“.

Warum das 4. Quartal so wertvoll ist

1. Man hat die Chance, Verpasstes doch noch zu erreichen

Vielleicht sind die ersten drei Quartale nicht so gelaufen wie erhofft – so war das dieses Jahr jedenfalls bei mir – doch auch wenn sich in drei Monaten kein Jahrespensum wettmachen lässt, so bietet das letzte Quartal genug Möglichkeiten, einige verpasste Ziele doch noch zu erreichen. Ja, vielleicht muss man insgesamt seine Jahresziele nachträglich nach unten korrigieren – vielleicht aber ist man im 4. Quartal auch so produktiv, dass man vorherige Defizite vollständig kompensiert. Schließlich hat das Q4 das Potential ein sehr produktives Quartal zu sein (siehe oben und unten).

2. Man kann die Erfahrung aus den ersten drei Quartalen einbringen

Zu Beginn des 4. Quartals hast du bereits 9 Monate Jahr hinter dir. Viel Erfahrung, die du nun einbringen kannst. Wie du das machst erkläre ich weiter unten. Auf jeden Fall ist es von Vorteil, dass der Übergang vom 3. zum 4. Quartal nicht keine Unterbrechung aufweist, wie der Jahreswechsel. So kann man sich den Schwung der ersten drei Quartalen voll zunutze machen.

3. Das Q4 ist eine tolle Zeit zur Zusammenarbeit[

Vieles hängt nicht nur von einem selbst ab, sondern man ist auch auf andere angewiesen. Das erweist sich oft als Problem in der Sommerzeit Juli bis September (Q3), in welche typischerweise die Urlaube fallen – mal ist der eine, dann der andere weg. Im letzten Quartal sind wieder alle Mitarbeiter, Kollegen und Geschäftspartner verfügbar und meist hoch motiviert und sorgen so für eine optimale Synergie. Die sollte man jetzt besonders nutzen!

4. Es ist nicht mehr so heiß wie im Sommer

Schlechte Botschaft? Für Badefreaks vielleicht schon, aber wer eine körperlich oder geistig anspruchsvolle Arbeit ausübt, weiß gemäßigte Temperaturen zu schätzen. Extreme und andauernde Hitze macht uns halt doch zu schaffen.

Im Herbst ist das kein Thema mehr. Weniger heiß = mehr Konzentration und mehr Leistungsfähigkeit! Die Kehrseite der Medaille ist freilich, dass die Tage kürzer sind als im Sommer, und dies umso mehr nach der Zeitumstellung Ende Oktober. Und die viele Dunkelheit trübt ihrerseits wieder unser Leistungsvermögen. Deshalb meine Empfehlung: Auch und gerade in der dunklen Jahreszeit so viel wie möglich draußen sein, Sport treiben, sich bewegen. Drinnen sitzen macht nur träger und deprimierter. Das Wetter darf keine Ausrede sein – es gibt kein „falsches Wetter“, sondern nur die „falsche Kleidung“!

Wie du das Beste aus dem 4. Quartal machst

1. Reflektiere das Q3

Bevor ich mich an die Planung des 4. Quartals machte, war erstmal eine reflektierende Durchschau des dritten dran.

An diesem Punkt ist es natürlich enorm hilfreich, wenn man aussagekräftiges Material zum Durchschauen hat! In meinem weekview Businessplaner hatte ich mir Woche für Woche die High- und Lowlights notiert. Als sehr hilfreich erwies sich zusätzlich das Wochenreflektions-Blatt . Das ist zwar etwas mehr Arbeit, bietet aber einen großen Vorzug: Man kann zwischen Ereignissen (High-/Lowlights) und zeitlich weniger klar lokalisierbaren Eindrücken („Motivierendes“/“Belastendes“) unterscheiden. Besonders das Niederschreiben der Eindrücke half mir, rote Fäden zu erkennen – sonst wären sie im eher eventorientierten Kalendarium untergegangen.

Auf den „Quartal auswerten“-Seiten hast du die Möglichkeit, diese wertvolle Reflektion zu machen. Mein Tipp: Gehe deine wöchentlichen Notizen und – falls vorhanden – dein Tagebuch durch, und streiche Positives und Negatives in verschiedenen Farben an. So fällt es anschließend leicht, die entsprechenden Felder auf der Auswertungs-Seite auszufüllen.

Reflektion bedeutet natürlich nicht einfach nur, nachträglich zusammenzufassen, sondern vor allem auch, auszuwerten. Entscheidend ist, dass du am Ende sagen kannst, was warum gut gelaufen ist (sodass du es in Zukunft so fortsetzen kannst), und was warum schlecht gelaufen ist (sodass du daraus lernen kannst).

2. Ziele setzen, aber bitte richtig

Nun geht es an die Q4-Ziele.

Ich bin so vorgegangen : Zunächst einmal habe ich alles notiert, was ich erreichen oder im Blick behalten will, und zwar im „Brainstorming-Stil“, also ohne groß darüber nachzudenken. Das Ergebnis kommt dann auf die ersten Zeilen der „Quartal planen“-Seite. Dann teile ich diese Punkte in Lebensbereiche auf (ich benutze dazu die linke Spalte weiter unten) und konkretisiere das Ganze, indem ich Deadlines, Meilensteine etc. eintrage und ggf. Vorhaben in Feinziele auf die 13 Wochen des Quartals herunterbreche.

Dieses Vorgehen hat sich für mich als sehr natürlich und unverkrampft erwiesen. Man hat so die Möglichkeit sowohl konkrete Ziele (Abgabetermin Facharbeit Woche 45, Meilenstein M5 Woche 47, Gewicht 90 kg Ende November), aber auch grobe Ziele (z.B. Ziele 2020) fixiere ich schriftlich. Das bewahrt mich davor (so wie ich früher), mir Ziele „aus den Fingern zu saugen“, die ich hinterher mangels Realismus und Motivation eh nicht erreiche, was mich dann noch zusätzlich frustriert. Es gilt, wie bei jeder Zielplanung: Ziele, die dich nicht bewegen, wirst du nicht erreichen! Deshalb mein Vorschlag: Nimm dir lieber weniger vor – im Grunde nur das, was du wirklich zu verfolgen motiviert bist. Habe aber ein offenes Ohr und ein wachsames Auge für neue Impulse, die dann vielleicht zu vollwertigen (Lebens-)Zielen heranwachsen! Schließlich ist auch eine Quartalsplanung nicht in Stein gemeißelt, sondern soll dazu dienen, diese kurze Zeitphase (bald sind es nur noch elf Wochen) auf Kurs zu bleiben und das für diese Zeit Wesentliche zum Abschluss zu bringen.


Autor:

Alin Cucu

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