Weihnachten: Wie du den Geschenkewahnsinn souverän meisterst

Dass Weihnachten eine schöne, aber auch stressige Zeit ist, brauchen wir dir wohl nicht zu erzählen. Viel interessanter ist die Frage, wie man die Weihnachtszeit so gestalten kann, dass sie einfach nur schön und nicht stressig wird!

 

Dazu wollen wir uns heute auf den wahrscheinlich größten Stressfaktor konzentrieren: die Geschenke. Wie meisterst du den weihnachtlichen Geschenkewahnsinn souverän?

 

Aber was eigentlich ist am Schenken so stressig? Seit Amazon & Co. muss man sich ja nicht mehr unbedingt am Feierabend durch brechend volle Kaufhäuser quetschen und in der Winterjacke schwitzend Schlange stehen. Aber auch vor dem heimischen Computer sitzend kann man in weihnachtlichen Geschenkestress verfallen. Dann handelt es sich um eine Form von Stress, die wir alle gut kennen, aber deren wir uns kaum bewusst sind: Ad-hoc-Stress.

 

Der Ad-hoc-Stress

Ad-hoc-Stress entsteht immer dann, wenn man sehr kurzfristig Entscheidungen, meist auf dünner Datenbasis und eventuell sogar noch in schneller Abfolge und zwischen mehreren Optionen, treffen muss. Auf Weihnachten übertragen könnte das heißen: Es ist der 22. Dezember, du musst (willst!) noch die Geschenke für eines deiner Kinder, deine Mutter und ihren neuen Lebensgefährten sowie deine beste Freundin besorgen. Wie genau die Wünsche aussehen, weißt du nur von deinem Kind (das es dich seit Ende Oktober täglich hat wissen lassen – leider hast du niemals eine Liste angefertigt, sodass dir jetzt tausendundein Kinderwünsche vage durch den Kopf schwirren). Die Wünsche der anderen kannst du nur erraten. Ob du nun ins Kaufhaus gehst oder im Internet shoppst, macht dann auch keinen großen Unterschied mehr. So viel Auswahl, was soll ich nur kaufen!?

 

Schenken will geplant sein

Viel besser – stressfreier – ist es natürlich, sich Zeit zu nehmen für solche Entscheidungen. Und damit wären wir auch schon beim ersten wichtigen Lösungselement: langfristiges Vorausplanen. Wie, das Weihnachtsschenken planen? Nimmt ihm das nicht den ganzen Zauber? Wenn du unter „Zauber“ den ganzen Stress verstehst, dann ja. Aber lass uns doch erstmal sehen, wie so etwas aussehen könnte.

 

Das Entscheidende ist, dass du mit genug zeitlichem Vorlauf weißt, in welche Richtung die Geschenke gehen sollen. Hierfür bieten sich Listen ideal an. Wenn jemand deiner Lieben eine Andeutung macht, was er/sie sich wünscht – ab damit auf die Liste! Kinder sind hier, wie schon erwähnt, unproblematisch, bei Erwachsenen muss man schon genauer hinhören – oder eben fragen. Klar, das verunmöglicht dann vielleicht ein Überraschungsgeschenk. Aber ist eine verunglückte Überraschung wirklich besser als ein vorausgeahnter Volltreffer?

Natürlich bringt das Listenführen nur etwas, wenn du die Liste am Ende auch wiederfindest. Eine chaotische „Zettelwirtschaft“ ist total frustrierend. Optimal ist es, wenn der Timer, den du sowieso verwendest, einen ausführlichen Listen-/Notizenteil hat. Wichtig ist, dass auf der Liste im „Brainstorming-Stil“ erstmal alles landet, aussortieren kann man auch später.

 

Als zweites Element brauchst du konkrete Deadlines. Es muss klar sein, bis wann du eine Entscheidung über die jeweiligen Geschenke bzw. deren Kauf getroffen haben musst, z.B. 15. Dezember. Sinnvoll ist es, bei vielen Geschenken die Deadlines zeitlich zu trennen. Anhand der Liste kannst du dann in Ruhe alles durchgehen und ausgereifte Entscheidungen treffen.

 

Spezialfall Kinder

Natürlich ist Weihnachten ein absolutes Highlight für Kinder. Je nach Persönlichkeit kann die Wünsch-Freude schon mal so überschwänglich werden, dass man sein Haus erweitern müsste, wollte man alle gewünschten Geschenke besorgen. Ein bewährter Tipp ist, zunächst einmal alle Wünsche ernst zu nehmen (Stichwort „Liste“). Dann solltest du aber genau hinhören, wie oft dein Kind einen Wunsch erwähnt. Nur ein- oder zweimal? Dann ist es wohl eine „Eintagsfliege“. Fast täglich und über einen langen Zeitraum? Da scheint was dran zu sein.

 

Die listengebundene Langzeitplanung bei Kindergeschenken ermöglicht es übrigens, Großeltern und andere Verwandte optimal einzubinden. Hier kannst du auch sehr schön mit deinem Kind ein Limit festlegen: zwei Geschenke von den Großeltern, eines von Mama und Papa, und nochmal eines von der Tante – das hält das Kind dazu an, eine Auswahl zu treffen. Bei uns klappt das jedenfalls super. (Selbstredend klappt das nur bei Kindern ab einem bestimmten Alter – vermutlich so ab fünf Jahren). Ach ja, die anderen Wünsche bleiben natürlich auf der Liste und können z.B. zum Geburtstag wieder thematisiert werden, falls sie bis dahin noch aktuell sind.

 

Denkst du, Weihnachten verliert durch solch intentionales Planen an Wert? Wir denken, das Gegenteil ist der Fall. Die Energien und die Zeit, die durch die Vermeidung von unnötigem Stress frei werden, kann man jetzt für zwanglose Bummel über den Weihnachtsmarkt, fürs Plätzchenbacken oder eine Schneeballschlacht verwenden.

 

In diesem Sinne: Eine möglichst schöne und stressfreie Weihnachtszeit!

Autor:

Alin Cucu
graceperformancecoaching.de

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